Parisreise der Klasse 10b: Zwischen Eiffelturmzauber und Bahnakrobatik

Wochenlang hatten wir - die Klasse 10b, Frau Hastreiter und Herr Kugler - der Reise entgegengefiebert, endlich war der große Tag da. Schon in den frühen Morgenstunden des 13. April lag ein besonderes Kribbeln in der Luft. Um 4.56 Uhr starteten wir pünktlich in Cham - Augen halb geöffnet, Koffer und Rucksäcke gepackt, voller Vorfreude auf das, was kommen würde. In Nürnberg erwartete uns die erste kleine Prüfungsrunde für unsere Geduld: Unwägbarkeiten rund um den ICE nach Frankfurt, aber die Stimmung blieb unverdrossen positiv. Paris rief und wir folgten.

Bootsfahrt auf der Seine, Eiffelturm bei Nacht

Am ersten Abend dann der Moment, den sich so viele herbeigesehnt hatten: der Eiffelturm in voller Pracht. Eine Bootsfahrt auf der Seine bei Einbruch der Dunkelheit lieferte uns den schönsten Auftakt, den man sich wünschen kann. Vom Wasser aus glitten die Silhouetten der Brücken und Paläste vorbei: Pont Alexandre III, Louvre, Musée d’Orsay, Notre Dame - alles festlich beleuchtet. Zurück am Eiffelturm begann er ab 22 Uhr zu glitzern; ein kollektives „Wow” ging durch die Gruppe. Wir staunten, wie lebendig die Stadt auch abends ist, und fuhren mit der Metro zufrieden zurück in unser Hostel im Marais - zentral, charmant, nur einen Spaziergang von Notre-Dame entfernt.

Hop on Hop off, Aufstieg auf den Eiffelturm, Trocadéro am Abend

Der nächste Tag gehörte der großen Stadterkundung: strahlend blauer Himmel, Plätze auf dem offenen Deck des Hop-on Hop-off-Busses, Haare im Wind und Paris im Panoramaformat. Notre Dame, Pantheon, Musée d’Orsay, Place de la Concorde, Champs-Élysées mit Arc de Triomphe, Trocadéro, Tour Eiffel, Pont des Invalides, Opéra mit Grands Magasins, Musée du Louvre. Jede Kurve ein neuer Foto-Stopp!. Im Konsumtempel “Galeries Lafayette” schnupperten wir Shopping-Luft und ließen auf der Dachterrasse den Blick über die Stadt schweifen, natürlich stets mit dem Eiffelturm im Visier. Dort ging es später für einige sportlich zu: Treppensteigen bis in die zweite Ebene, dann Aufzug in die dritte. Ein erhebendes Gefühl beim Blick über die Metropole. Andere nahmen gleich den Lift und genossen den Aufstieg ohne Schnaufen, aber mit demselben Leuchten in den Augen.

Abends am Trocadéro war Paris Bühne und Treffpunkt zugleich: Musiker, Jongleure, fröhliches Stimmengewirr, unaufdringliche Souvenirverkäufer, die uns kleine Eiffeltürme in die Hand lächelten, und vor uns das perfekte Postkartenmotiv in Echtzeit.

Tuileriengarten, Arc de Triomphe, Montmartre, Louvre

Am Mittwoch erklommen wir den Arc de Triomphe: 284 Stufen über eine Wendeltreppe. Als Belohnung ein großartiger Blick auf die zwölf sternförmig auseinanderlaufenden Avenuen (darunter die Champs-Élysées) und wieder Richtung Eiffelturm. Danach führte uns der Weg nach Montmartre zur strahlend weißen Sacré-Cœur. Unterwegs reihten sich Souvenirläden aneinander; besonders beliebt: bunte Macarons, bei denen für einen Moment niemand an Kalorien dachte. Am späten Nachmittag trafen wir uns an der Glaspyramide des Louvre, tauchten ein in die Hallen und suchten die Mona Lisa. Ein Abstecher in den Tuileriengarten schloss den Tag ab: Statuen und blühende Beete, Wasserbecken mit leichten Wellen und Jogger, die ihre Kreise zogen. Ein stiller Kontrast zum quirligen Zentrum.

Schloss und Gärten von Versailles, Abschied von zwei Lieblingsorten

Versailles stand am Donnerstag auf dem Programm: Prunk, wohin das Auge blickte. Der Spiegelsaal - von vielen noch größer erwartet, aber dennoch beeindruckend - funkelte, während draußen die Weite der Gärten erst das wahre Ausmaß des Palastes offenbarte. Der Apollo-Brunnen glänzte in der Sonne und auf dem “Grand Canal” stachen einige von uns sogar mit dem Ruderboot ins Wasser. „Die 12 Euro waren eine gute Investition“, kommentierte ein Schüler und fand breite Zustimmung. Vor allem die Weitläufigkeit und stille Schönheit der Gartenanlagen begeisterte viele mehr, als sie es vom Schloss aus vermutet hatten.

Den Abend krönten zwei Lieblingsorte: Für einige ging es erneut hinauf auf den Eiffelturm, um das Lichtermeer zu genießen. Die Lehrkräfte zog es wieder zum Trocadéro - Musik, Lachen und dieses Gänsehaut-Gefühl, wenn der Turm funkelt und Paris sich selbst feiert. Später trafen wir uns alle wieder und fuhren gemeinsam mit der Metro zurück ins Hostel.

Wehmut und Abreise

Freitag war Abschiedstag. Nach Frühstück, Kofferpacken und einem letzten Rundgang durchs Marais - Geschenke besorgen, Caféduft aufsaugen, noch einmal die Atmosphäre speichernd - stiegen wir am Gare de l’Est in den TGV Richtung Stuttgart. Zuverlässig brachte er uns in der ersten Klasse über die Grenze. Auf deutscher Seite meldete sich dann wieder die Bahn-Realität: Streckensperrung zwischen Würzburg und Nürnberg, Umplanen im Eiltempo, ICE nach München, weiter nach Nürnberg und schließlich zurück auf Kurs. Ein bisschen Akrobatik, die wir inzwischen mit stoischer Gelassenheit nahmen.

Fazit

Am Ende bleibt vor allem eines: Paris hat unsere Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern vielfach übertroffen. Die meisten von uns möchten privat wiederkommen. Wir haben nicht nur Sehenswürdigkeiten bestaunt, sondern auch gelernt, uns in einer Weltstadt zu bewegen: die richtige Metro finden, pünktlich an Treffpunkten sein, als Gruppe zusammenbleiben und Momente teilen, die lange nachklingen. Die Klasse 10b hat sich Paris als Ziel ihrer Abschlussfahrt ausgesucht und die Stadt hat uns mit offenen Armen empfangen.

Impressionen von unserer Reise