Fünftklässler auf Lesereise
Vorlesetage bringen Bücher zum Leben
Ein Hauch von Wohnzimmeratmosphäre, ein Stapel Bücher und fünf gespannte fünfte Klassen: Mehr brauchte es nicht, um das Maristenhaus am vergangenen Donnerstag und Freitag in einen lebendigen Ort voller Geschichten zu verwandeln. Die Marienrealschule Cham feierte ihre „Vorlesetage“ – und das mit einem Aufgebot an Vorleserinnen und Vorlesern, das sich sehen lassen konnte.
Schon beim Betreten des Maristenhauses, das der Maristenorden regelmäßig großzügig für schulische Aktionen öffnet, wurde klar: Hier steckt Herzblut drin. Jürgen, Ehemann der Mit-Organisatorin Johanna Aschenbrenner, hatte den Raum liebevoll in eine gemütliche Leseoase verwandelt. Hocker, Decken und weitere gemütliche Sitzplätze machten den Fünftklässlern sofort Lust, in die Welt der Bücher abzutauchen.
Eine besondere Ehre hatte die Vorjahressiegerin des Vorlesewettbewerbs, Annalena Schmid: Sie eröffnete den Geschichtenreigen mit „Ein Mädchen namens Willow“ und bewies erneut, warum sie diesen Titel trägt. Mit klarer Stimme und spürbarer Freude am Lesen zog sie ihre jüngeren Mitschüler sofort in den Bann.
Für internationales Flair sorgte „Das Austauschkind“, vorgetragen von Schulleiter Christian Haringer, das die Zuhörerinnen und Zuhörer mit seiner ganz eigenen Leseperspektive begeisterte.
Prominent wurde es, als Bürgermeister Martin Stoiber Platz nahm und mit viel Humor aus „Alles von Herrn Bello“ vorlas – sehr zur Freude der Fünftklässler, die über die Streiche des berühmten sprechenden Hundes herzlich lachen mussten.
Eine treue Stütze der Vorlesetage durfte natürlich nicht fehlen: Frau Bergmann, seit Jahren fester Bestandteil der Aktion, entführte die Kinder erneut in die beliebte „Schule der magischen Tiere“. Ihre Erfahrung als Vorleserin merkte man jedem Satz an – die Schüler hingen förmlich an ihren Lippen.
Einen bewegenden Schlusspunkt setzte schließlich Elternbeirätin Frau Heimerl, die aus „Der Junge mit den falschen Schuhen“ las. Die leise, aber eindrucksvolle Geschichte regte viele zum Nachdenken an – ein schöner Abschluss eines vielfältigen Lesevormittags.
So wurden die Vorlesetage einmal mehr zu einem kleinen Fest der Fantasie und Gemeinschaft. Und als die Schülerinnen und Schüler am Ende das Maristenhaus verließen, war klar: Geschichten verbinden – die Vorlesetage gehören längst zum „Repertoire“ der Veranstaltungen der Marienrealschule.
Ein herzliches Vergelt’s Gott ergeht auch dieses Jahr wieder an Sepp Kerscher, der die beiden Vorlesetage fotografisch begleitete.